Das Tier

Nach fünf, sechs Stößen wurden ihre Gedanken leerer. Die Worte flossen aus ihrem Kopf, wurden zerhackt von dem auf und ab. Die Bilder blieben noch etwas länger. Hier und da zuckte eine Szene durch ihren Kopf. Die zerbrochene Tasse, die Scherben. Der Briefkasten voller Post. Wenn sie bei 20 angekommen war, war der Rhythmus ihr Gedanke. Sie dachte an den nächsten Stoß, an den nächsten Zug. Rauf und runter, rauf und runter. Keine fließende Bewegung, eine zweigeteilte. Rauf, runter, rauf, runter, rauf. Das Brennen setzte bei etwa 40 ein. Es blieb eine ganze Weile. Es steigerte sich schnell, begleitet von einem Kribbeln, das im Handwurzelmuskel begann und sich dann den Arm hocharbeitete. Wenn sie die 200er-Grenze durchstieß, verschwanden die Gefühle. Dann wechselte sie die Seite. Der linke Arm ermüdete eher als der rechte. Sie achtete darauf, dass sie mit jedem Arm die exakt gleiche Anzahl von Stößen durchführte. Was konnte der rechte Arm dafür, dass der linke nicht mehr konnte. Sie schaute auf das Wasser, das vor ihr auf das Holz plätscherte, Schwall für Schwall im Takt ihrer Stoß- und Zugbewegungen. …  78, 79, 80 … Das Wasser war weiß, wenn es aus dem Metall hervorquoll. Sobald es auf das Holz aufgeschlagen war und weiterfloss, wurde es durchsichtig. Nur ein paar kleine Bläschen zeugten noch vom Aufruhr Sekundenbruchteile zuvor.

 Ihre Hand legte sich in das Wasser auf der Holzplatte. Die Knöchel waren durch Punkte im Fett markiert. Wie mit einem Nagel in das Gewebe geschlagen, nur ohne Blut. Die Haut, die die Hand umspannte war braun. „Viel zu braun!“, hatte die Ärztin gesagt. „Unter einem Jahr soll die Haut nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.“ …102, 103, 104… Der gelbgeblümte Sonnenhut blitzte in ihrem Blickfeld auf. Ein Geschenk ihrer Mutter, irgendwann, Wochen nach der Geburt. „Los, geh runter“, sagte sie. Aber sie hörte nicht. „Da unten ist doch auch Wasser.“ Sie hörte ihre Stimme, wie einen vorbeifliegenden Schmetterling, der ohne Halt durch die Luft taumelt. Die blauen Augen trafen ihren Blick. Es war ein tiefes Blau, so wie das Meer im Fernsehen. Ihr war als packte etwas ihre Kehle von innen und drückte zu. Sie hustete. „Jetzt geh schon.“ Sagte sie. Sie blickte hinüber zu den leeren Holzbänken. Es war früh, der Spielplatz leer. Sie gingen nur noch vormittags hierher. Gleich nach dem Aufstehen. … 198, 199, 200… Sie schüttelte den linken Arm hin und her. Dann nahm sie das Metall in die rechte Hand und begann von vorn. Das Ziehen in den Armmuskeln meldete sich sofort. Bei etwa 30 würden auch ihre Bauchmuskeln zu schmerzen beginnen, kurz vor dem nächsten Armwechsel würde das Gesäß anfangen zu kribbeln. …10, 11, 12… Es war gleich 10 Uhr. Bei 50 setzte sie aus, öffnete die gelbe Tupperdose mit den Apfelstücken und stellte sie auf den Boden. „Komm, iss was“, sagte sie zu ihr. Sie sagte „da“ und patschte mit den Händen in das Plastikgefäß. Hatte sie die Feuchttücher eingepackt? Sie pumpte weiter. ... 57, 58, 59… Sie saß auf der festgetrampelten Erde und drückte ihre Fingernägel in das Apfelstück.  Die Beine mit den Fettringen hatte sie von sich gestreckt. „Lass das. Das ist Essen“ sagte sie. „Du sollst das Essen.“ Sie hielt das Apfelstück hoch und lachte. Vier Zähne leuchteten aus dem Zahnfleisch wie Klippen in einem rosafarbenen Ozean. „Da“ sagte sie wieder. …93, 94, 95 … Sie konnte nicht mehr weiter. Sie hatte keine Kraft mehr. Sie schaffte es nicht mehr, den Schwengel nach oben zu ziehen. Das Fett an ihrem Hintern zitterte. Sie hatte die Kontrolle verloren. Sie spürte ihre Beine nicht mehr. Sie schwebte über dem Boden, ohne fliegen zu können. Sie setzte sich auf die feuchten Steine und schaute hinauf. Zwischen den Schatten der Bäume zogen Wolken über den Himmel, die Bäuche zerfranst, als hätte jemand seine Klauen hineingeschlagen.

Krabbeln konnte sie nicht. Sie schob sich seitlich über den Boden, das linke Bein aufgestellt. Sie stieß sich damit ab und bewegte so ihren Körper vorwärts.  Sie kam auf sie zu. „Jetzt iss doch mal was“. Sie zeigte zu der gelben Tupperdose und sagte „lecker NamNam.“ Sie hörte auf vorwärts zu robben. „Da“, sagte sie wieder und zeigte auch zur Dose. Ihr Körper beruhigte sich, das Zittern ließ nach. Sie zog das Telefon aus ihrer Gesäßtasche. Es war 10 Uhr 17. Sie blickte auf das Leuchten des Displays und öffnete mit einem Wisch den Bildschirm. Bunte Quadrate. Sie tippte auf das blaue. Keine Internetverbindung. Sie hatte ihr Guthaben aufgebraucht. ‚Verräter‘, dachte sie. Gern hätte sie das Telefon von sich geschleudert. Sie wog es in der Hand. Das Glas hatte zwei Kratzer. Sie strich über die glatte Oberfläche und spürte die Rauheit der Vertiefungen. Der Home-Button war abgewetzt. Das Rosa der Hülle erinnerte sie an früher. An ihr Hello Kitty Etui. An Sommer im Freibad. An das pinkfarbene Smiley, das ihre Lehrerin einmal unter den Aufsatz gemalt hatte. ‚Geht doch!‘ hatte sie daneben geschrieben. Das Smiley hatte sogar eine Blume hochgehalten.

Das Törchen quietschte in den Angeln. Zwei Frauen kamen, jede hatte ein Baby vor den Bauch gebunden, eine führte dazu noch einen Jungen an der Hand. Vielleicht war es auch ein Mädchen. Auf dem Kopf hatte er ein Cap mit Nackenschutz. I’m your Man stand auf seinem T-Shirt. Sie schauten zu ihnen herüber und sagten etwas zueinander. Sie wischte mit dem Ärmel über das Glas und schob das Telefon zurück in die Hose. „Komm, Zeit zu gehen“, sagte sie. Sie schob ihr die Hände unter die Arme, hob sie hoch und trug sie zum Kinderwagen. Die Beine strampelten, doch sie schwieg. Als sie sie in den Wagen setzte, sagte sie noch einmal „da“ und zeigte zur Pumpe. „Tut mir leid. Wir müssen gehen“, murmelte sie und klippte die Gurte fest.

Sie holte ihr Portemonnaie hervor. 2 Euro 59 Cent. Sie schob den Wagen zu einer Bäckerei. Eine Bretzel kostete 60 Cent. Der Kaffee kostete 2,20 Euro. Sie kaufte die Bretzel und aß drei Stückchen von dem Probierkuchen. Die Verkäuferin schnalzte mit der Zunge. Sie ging hinaus, ohne sich zu verabschieden. Sie entfernte die Salzbrocken und brach das Gebäck entzwei. „Hier. Iss was. Lecker NamNam.“ Sagte sie und reichte die eine Hälfte unter die Sonnenhaube. Sie hörte, wie sie tief ausatmete. Dann war es still. Sie nahm die restliche Bretzel aus der Papiertüte und biss hinein. Der Teig klebte ihr am Gaumen, eine zähe Masse und kurz geriet sie in Panik, vielleicht würde das jetzt für immer so bleiben, dieses verklebte Gefühl. Aber nach ein paar Atemzügen zog die Angst doch wieder vorüber.

Sie schob den Wagen durch die leeren Straßen, Richtung Einkaufszentrum. In der Ferne sah sie ein Paar aus einem Hauseingang kommen. War er das? Die Frau kannte sie nicht. „Willst du das wirklich?“ hatte er gefragt. „Ich weiß nicht. Ja.“ Hatte sie geantwortet. „Wenn du willst.“ Er hatte mit den Schultern gezuckt und gelächelt. Er hatte sie in den Arm genommen. Sie schloss die Augen. Das Gefühl seines Hemdes an ihrer Wange blitzte auf. Er hatte sie auf den Scheitel geküsst. Auf die Stirn. Auf den Mund. Irgendwann hatte er nicht mehr angerufen. Da war es schon zu spät gewesen.

Nein, das war er nicht. Er ging anders, irgendwie hüpfender, fröhlicher. Als wollte er gleich tanzen. Der Mann dort vorn schlurfte mehr. Sein Arm hing über der Schulter der Frau, als sei er ein Kriegsverletzter, den sie in Sicherheit schleppte. Sie bogen ab und die Straße war wieder leer.

Die Luft war kühl und klar. Die Glastür schloss sich hinter ihr mit einem Surren. Sie hörte leise Musik. Stimmen hörte sie keine. Um diese Zeit war das Einkaufscenter leer. In den Geschäften standen ein paar Verkäuferinnen. Sie mochte das Licht hier drinnen. Es war hell und gleichzeitig weich. Es war wie an einem Sommerabend. Nur ohne die Hitze, ohne den Schweiß, ohne die Mücken. Sie schob den Wagen in das Innere, dort wo der große Platz war und der Springbrunnen. Sie setzte sich auf eine Bank und holte ihr Telefon heraus. Sie hatte seine Nummer noch immer eingespeichert. Er hatte sein Foto bei WhatsApp geändert. Er hatte sich selbst in einem Spiegel fotografiert. Das Blitzlicht verdeckte sein Gesicht. Er hielt den nackten Oberarm in die Kamera. Darauf war ein fauchender Tiger tätowiert. „Entschuldigen Sie!“ Sie fuhr zusammen. „Möchte ihre Tochter auch einen?“ Eine Blondine mit einer roten Haube im Haar hielt ihr einen ebenso roten Ballon entgegen. Die Frau lächelte. Sie schob das Telefon unter ihren Hintern und nickte. Sie merkte, wie ihr das Blut ins Gesicht stieg. Die Frau bückte sich hinunter. „Na du Süße?“ sagte sie. „Magst du auch einen Ballon haben, Ja?“ Sie wickelte das Band des Luftballons um den Griff des Kinderwagens. Dann streichelte sie ihr über die Wange. „Wie heißt du denn?“ Die Frau schaute zu ihr herüber. Sie räusperte sich. „Delila“, sagte sie. „Sie heißt Delila.“ Sie stand auf, steckte das Telefon in die Tasche und strich sich über die Hose. „Wir müssen jetzt auch los.“ Sie schob den Wagen aus dem Einkaufscenter ohne sich umzudrehen. Als sie die große Straße davor überquerten, hüpfte der Ballon davon. Immer wieder federte er auf den Asphalt. Auf der Verkehrsinsel blieb er kurz liegen, bis der Fahrtwind eines LKWs ihn weitertrieb. „Da!Da!Da!“ rief sie. Sie streckte die Finger aus, als könne sie den Ballon greifen, ihn irgendwie aufhalten. „Ja, da fliegt der Ballon“ antwortete sie. Ein Jammern kam aus dem Wagen. Sie wusste, sie hätte etwas anderes sagen sollen. Nur was, das wusste sie nicht. Nie wusste sie das. Obwohl so oft dieses Gefühl blieb. Nicht genug gesagt zu haben. Nicht das richtige. Sie machte den Deckel von der Nuckelflasche und reichte sie ihr in den Wagen. „Hier“, sagte sie. „Trink doch was.“ Die Flasche war halbleer. Sie hatte vergessen, sie am Wasserspender im Einkaufszentrum aufzufüllen. Sie schaute in ihre Tasche. Darin waren noch drei Butterkekse und ein Stück Bretzel. Ganz am Boden fand sie noch ein Kaugummi. Juicy Fruit. Sie wickelte es aus und schob es sich in den Mund. Es zerbrach dabei. Sie kaute, bis die Spitzen alle weg waren. Die Süße kribbelte auf ihrer Zunge. Speichel schoss ihr in den Mund.

Sie bog ab, dorthin, wo das stillgelegte Kieswerk war. Es war nicht weit. Sie ging durch Straßen mit Reihen- und Doppelhäusern. Manchmal standen Kinderfahrräder neben den Eingängen. Grüne Hecken grenzten die Gärten zur Straße ab. In einem Vorgarten standen bunte Windräder. Fünf Stück. Sie zählte sieben Farben, jeder Flügel hatte eine andere. Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Lila, Rosa. „Schau mal“, sagte sie. „Da“ antworte sie. Die bunten Scheiben wirbelten. Sie zitterten auf ihren Stäben als wollten sie gleich abheben, losfliegen, über die Stadt, fort, Richtung Süden. „Da“ sagte sie wieder und lachte. „ja. Schön“, antwortete sie. Und etwas huschte durch sie, die Erinnerung an Wärme und Leichtigkeit.

Die Stadt endete plötzlich. Die asphaltierte Straße ging in einen Schotterweg über. Das war alles. Da war es vorbei mit der Stadt, ohne dass es vorher zu erkennen war.

Der Weg war gesäumt von den Büschen, die aussahen wie Flieder, aber keiner waren. Schmetterlinge hängten sich mit ihren Spinnenbeinen an die Blütentrauben. Dort erstarrten sie für ein paar Sekunden, dann flatterten sie weiter. Die Blüten nickten, wenn das Gewicht des Tieres sie verließ.

Die Hitze sammelte sich zwischen den Steinen. Die Maschinen waren schon lange abtransportiert. Die Kieshügel waren noch da. Es war still. Ein Stein kullerte in den Abgrund zwischen den Haufen. Klickklickklick machte es. Ein Vogel antwortete den Steinen mit einem heiseren Schrei. Die Baracke stand noch. Ihr Vater hatte hier eine Weile gearbeitet. Er hatte den Bulldozer gefahren. Er hatte die Hügel aufgeschüttet, verschoben und wieder abgetragen, wenn der Kies verkauft war. In der Baracke hatte es Kaffee, Bier und Brause gegeben. Sie hatte ihn manchmal besucht, nach der Schule. Sie hatte in der Baracke gesessen, Brause getrunken und ihm durch das Fenster zugeschaut, wie er die Steine herumfuhr.

Die Scheiben waren eingeschmissen. Jemand hatte die Bretterwand besprüht, eine Ansammlung bauchiger Buchstaben. Sie verstand nicht, was sie bedeuten sollten. Sie erkannte ein B und P. Aber zusammen machte das Gewirr keinen Sinn. Sie bog ab, zwischen ein paar Birken.  Sie mochte Birken. Sie sahen so leicht aus. Gar nicht wie Bäume. Mehr wie ein Stück vom Himmel.

Im Wald fing sie an zu weinen. Erst war es ein Wimmern, ein Quengeln. Sie schob den Wagen schneller, das Fleisch ihrer Oberarme wackelte unter den Schlägen des unebenen Wegs. Sie hätte es gern abgeschnitten. Sie stolperte über eine Wurzel, fing sich auf und schob weiter.

Sie wurde lauter. Ihre Stimme schwoll an und ab. Wie eine Sirene. Sie warf ihr Fläschchen aus dem Wagen. Sie hielt an, hob es auf und wischte die Erdkrümel ab. „NeinNein“ sagte sie. „Mach das nicht. Dann wird Mama böse.“ Ihr wurde warm, eine heiße Quelle, die aus ihrem Bauch aufstieg. ‚Sei einfach still. Sei still, sei still, sei still“, dachte sie. Sie weinte weiter. Sie gab ihr einen Keks. Sie heulte auf, zerdrückte ihn und schmierte ihn mit ihren kleinen dicken Fingern in das Polster. Sie wand sich in ihrem Gurt, als wolle sie herausrutschen und davonlaufen. Sie hätte gern etwas zertrümmert. „Ist doch gut. Ist doch gut.“ Sagte sie. Für einen Moment nahm sie die kleine Hand in ihre. Diese weiche Haut. Aber sie hatte dieses Gefühl, sie ganz doll drücken zu müssen, so fest, bis nichts mehr davon blieb. Bis dieses kleinen kleinen, nie müden, immer etwas wollenden Finger nicht mehr da waren. Sie öffnete schnell ihre Finger und schob weiter.

Sie versuchte sich wegzudenken. An die Reise, die sie machen würde, eines Tages, wenn das hier alles vorbei wäre. An das Meer. Sie konnte es nicht. Die Schreie waren zu laut. Ihre Hände krallten sich um den Griff. „Ist ja gut. Ist ja gut“, sagte sie. Immer wieder. Sie hörte nicht. Sie schrie.  „Was willst du eigentlich von mir?“ Schrie sie zurück. „Glaubst du, mir macht das Spaß?“ Sie hielt sich eine Hand vor den Mund. ‚Sei still‘, dachte sie. ‚Sei still, sei still, sei still.‘ Ihr Schrei klang nun anders, als würde sie in eine rostige Gießkanne atmen. Sie ließ den Griff los. Der Wagen holperte noch zwei Radumdrehungen weiter, dann blieb er stehen.

Sie drehte sich zur Seite, zum Wald. Sie bog die Zweige auseinander und ging in den das Grün hinein. Der Boden knackte unter ihren Schritten. Blätter patschten ihr ins Gesicht. Ein Zweig krallte sich an ihr Bein. Sie ging weiter. Das Schreien wurde langsam leiser. Sie stellte sich vor, dass es ein seltenes Tier sei, das da rief. Ein Tier, das durch den Wald schlich und nach Artgenossen suchte.

Der Wald hatte ein Loch. Ganz plötzlich hörten die Bäume auf. Eine Wiese lag vor ihr. An den Rändern war sie ganz gelb. Hohe Blumen ragten dort auf, die Blütenstränge stürzten sich nach vorn, wie Fontänen. Der Himmel war nun ganz blau. Sie fand keine Wolken mehr.

Sie wollte sich hinlegen. Die Augen zumachen. Der Boden unter dem hohen Gras war voller Stöcker. Ameisen liefen herum. Disteln und Brennnesseln wuchsen zwischen den Halmen. So blieb sie stehen, schloss die Augen und hielt ihr Gesicht in die Sonne. Die Wärme kribbelte über ihre Haut wie ein Schwarm zärtlicher Fliegen. Ihr Zopfgummi gab unter dem Gewicht der Haare nach. Das Licht schien durch ihre Lider. Alles, was sie sah, war ein Rot. Ein perfektes leuchtendes Rot. Sie reckte die Hände nach oben. Sie stellte sich vor, wie die Strahlen der Sonne ihre Finger durchdrangen und an der Rückseite wieder hervorschossen. Als sei sie aus Glas. Das Tier rief noch immer. Aber es machte Pausen. Sie wurden immer länger. Vielleicht hatte es schon ein paar Freunde gefunden. Sie stellte sich vor, wie es durch das Unterholz strich, in einem Rudel, alle lachend.

Alle Texte und Bilder auf dieser Seite sind von Sarah Raich, Ausnahmen werden benannt.