Fahrradfahren verlernt man nicht

  1. Kaugummi & Cola

 

Die Kugel in ihrem Mund knackte zwischen ihren Zähnen und zerfiel in bröselige Stückchen. Elena verzog den Mund und kaute weiter, bis endlich so etwas wie ein Kaugummi daraus wurde. ‚Schmeckt ja echt schrecklich’, dachte Elena und kaute weiter. Wahrscheinlich hatte die Kugel schon jahrelang in dem schrabbeligen Automaten gelegen, war im Sommer weichgegrillt worden, im Winter wieder kaltgefroren, bis sich jetzt endlich Elena erbarmt hatte und sie mit einem 20 Cent Stück aus dem Automaten geholt hatte.

Sie spuckte die blassgelbe Masse zwischen ihren baumelnden Beinen hindurch in die Brennnesseln. Okay, den Kaugummi-Automaten hatte sie jetzt also auch abgehakt. Dann blieb ihr noch auszuprobieren, ob die Telefonzelle noch funktionierte und darauf zu warten, ob es in dem Kinoverein auch mal einen Film gab, bei dem sie nicht schon beim Plakatanschauen vor Langeweile fast umkam. Viel mehr gab es in Hermersheim leider nicht. Den kleinen Supermarkt, einen Bäcker mit Plastikblumen im Fenster, bei dem es Kaffee gab, aber keinen Kakao, ein Geschäft mit Kleidern für Menschen ab ungefähr 80 und eines, wo man Töpfe, Staubsauger und solche Sachen kaufen konnte, zwei Restaurants und eine Kneipe. Also alles totlangweilig.

Elena schaute sich um. Schön war es hier schon. Total. Lauter alte hübsche Häuser, kaum Autos. „Eine prima Ort zum Großwerden!“ hatte ihre Mutter vor dem Umzug gesagt. „Ja, total Prima“ sagte Elena laut zu sich selbst. Total Prima, wenn man denn Bock drauf hatte, allein zwischen hübschen alten Häusern herumzulatschen und auf Mäuerchen zu sitzen, um über Brennnesseln auf den kleinen Fluss zu schauen. Es gab sogar eine Entenfamilie, die jeden Tag ihre Runde durch die Stadt drehte. Die Jungen waren schon fast fertig. Sie sahen gar nicht mehr niedlich aus, sondern eher etwas verlottert. Sie hatten schon erwachsene Federn, diese glatten, glänzenden, aber dazwischen schaute noch ihr dunkler, fusseliger Babyflaum hervor.

Elena schaute ihnen zu, wie sie unter ihr vorbeischwammen, zu ihr hochschauten mit einem kurzen „Kwak“, als würden sie sagen: Na? Haste was für uns? Aber sie gaben gleich auf, irgendwie waren sie sich schnell einig, dass es bei ihr nichts zu holen gab und paddelten weiter, bis sie um die nächste Biegung verschwunden waren.

Sie blickte zur anderen Seite. Da konnte man fast ihr neues Zuhause sehen. Aber es war hinter den alten Linden verborgen. Nur das rote Dach lugte ein bisschen aus dem Grün hervor. Das Nachbarhaus konnte man sehen. Das mit dem krummen Fachwerk und den kleinen Fenstern, von denen schon die Farbe abblätterte.

Elena atmete tief ein und ließ sich vom Mäuerchen wieder auf den Bürgersteig plumpsen, wo ihre Einkaufstüten warteten. Sie nahm die Henkel in die Hand, eine links, eine rechts und hob sie hoch. Das Plastik schnitt ihr in die Handflächen. Sie könnte natürlich auch mit dem Bollerwagen einkaufen gehen, dann müsste sie nicht so schleppen. Aber sie wurde allein bei dem Gedanken rot, so peinlich fand sie die Idee. Ja, klar, es kannte sie hier noch niemand, aber sie wollte auf keinen Fall nach den Ferien in die Schule kommen und irgendwer schaute sie an und sagte: Ach, die! Das ist doch die Bekloppte, die mit dem doofen Bollerwagen durch die Stadt latscht!

Niemals! Oder wie ihre Freundin Lea sagen würde: Ey, NEVER! Was die wohl gerade machte? Wahrscheinlich Eisessen, oder shoppen, oder mit tausend anderen gemeinsam den Skatern im Gleispark zusehen. Ach Lea. Sie hätte so gern ihre Freundin hier. Obwohl, eigentlich war es besser so. Die ganze Germersheim-Geschichte war einfach viel zu deprimierend und sie wollte auf keinen Fall, dass Lea sie so hier sah. Nein, da ging sie lieber schön allein mit ihren Plastiktüten durch die Gegend.

Und überhaupt. Es war ja nicht so, dass sie sonst so superviel zu tun gehabt hätte. Da konnte sie also auch jeden Tag zu dem kleinen Kaufladen gehen. Außerhalb der Stadt gab es zwar noch ein neues Kaufland, und vermutlich gab es da auch dreihunderachtuneunzig Sorten vernünftiges Kaugummi. Aber ohne Auto waren die ungefähr so erreichbar wie der Mars. Und das Auto war mit Mama im Urlaub. Und selbst wenn, Papa aus dem Haus zu kriegen, um mit ihr zum Einkaufen zu fahren, das war so wahrscheinlich wie ... Egal.

Elena stellte die Taschen ab. Sie musste diesen ekeligen Geschmack loswerden, den von dem Kaugummi. Wie ein zuckriger Pelz klebte er auf ihrer Zunge. Die Cola-Flasche zischte leise und etwas brauner Schaum blubberte aus dem Hals. Hmmmm. Cola. Elena schloss die Augen und trank. Die Kohlensäure kitzelte in ihrem Mund und spülte den ganzen Geschmack nach altem Kaugummi davon. Immerhin etwas Gutes hatte die ganze Sache mit Mama und Papa. Sie entschied, was es zum Essen gab. Und so gab es immer ausreichend Cola und Chips. Und Pizza Mozzarella aus der Tiefkühltruhe.

 

 

Das Schloss knackte metallisch, als sie die alte Jugendstiltür mit den bunten Bleiglasfenstern aufschloss. Drinnen war es dunkel und kühl. Papa, wollte sie erst rufen. Ich bin wieder da. Aber dann ließ sie es bleiben. Er lag sowieso im Bett und starrte hinaus aus dem Fenster, in die Wolken und die Baumkronen. Als könnte er Mama da irgendwo finden und nicht irgendwo am Plattensee, oder wie das hieß, wo sie ihre Abifahrt „nochmal erlebte“, wie sie das genannt hatte, bevor sie mit diesem Daniel ins Auto gestiegen und davongebraust war, die Musikanlage voll aufgedreht. Elena schloss die Augen und schluckte. „Weißt du, meine Große, ich brauch das jetzt, ich muss einfach mal raus“, hatte sie am Abend vor der Abfahrt gesagt. „Das verstehst du doch, oder?“ Bei „raus“ hatte sie in die Hände geklatscht, als müsste sie eine Fliege zerhauen. Elena hatte genickt. Obwohl sie es ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden hatte. Von wo denn raus? Aus Germersheim? Sie waren doch wegen ihrer Mutter hergezogen! Weil die meinte, das sei gut für sie alle. Ein Tapetenwechsel und mehr „echtes Leben“ für Elena. Sie schnaubte bei dem Gedanken. Also wenn das hier echtes Leben war, dann konnte sie da gern drauf verzichten.

Sie stellte die Einkäufe in die Küche, schaute hinüber zur Schlafzimmertür und lauschte für einen Moment. Es war still. Musik hörte Papa keine. Sonst tat er das manchmal. Nur die Amsel im Garten flötete. Sie machte die großen Doppelfenster auf und setzte sich auf den Sims. Ihre Beine ließ sie hinausbaumeln. Noch eine gute Sache. Mama erlaubte ihr das nie. Dabei liebte Elena es, so im Fenster zu sitzen. Den Rücken zum warmen Zimmer, die Beine draußen, frei zum Baumeln. Am liebsten hatte sie noch die Hände unter den Beinen. Es fühlte sich an, als könnte sie gleich im nächsten Momenten ihre Arme ausbreiten und losfliegen. Und gleichzeitig war sie doch ganz sicher.

Jetzt konnte sie so sitzen, wann immer ihr danach war. Sie blickte hinunter auf die Terrasse und genoss den kleinen Schauer, der durch ihren Magen und über ihre Wirbelsäule schoss, der Nervenkitzel, wie es wohl wäre, wenn sie jetzt spränge. Dann schaute sie hinüber zum Nachbarhaus, dem kleinen, krummen. Noch immer tobten die Kinder durch den Garten. Sie konnte sie zwar nicht sehen, zu viele Büsche versperrten die Sicht. Aber hören konnte sie sie gut. Sie grölten und schrien, während sie durch den Garten rannten. Was sie da wohl taten? Bäume fällen und Rehe schlachten vielleicht, dachte sie und kicherte. Sie wusste noch nicht mal wie viele Kinder da eigentlich wohnten. Drei? Vier? Sechs? Sie klangen auf jeden Fall viel zu klein für sie. Wann war sie schon das letzte Mal durch einen Garten gerannt. Das war ja ewig her. Sie hätte lieber jemanden, mit dem sie Zeitschriften anschauen konnte, Musikhören, über Filme reden und durch Instragram scrollen. So jemanden wie Lea eben. Aber Lea gab es ja nur einmal auf der Welt.

Das Licht war schon ganz goldig, so spät war es schon. Wie Honig floss es von der tief stehenden Sonne über die Baumwipfel und ließ die kleinen Schwebfliegen aufleuchten wie fliegende Diamanten. Ihre Mutter liebte so ein Licht. Gern stand sie dann da, schloss die Augen und rauchte dabei ihre erste Zigarette des Abends. Sie sah dann so schön aus. So schön wie keine andere Frau auf der ganzen Welt.

Zigaretten! Elena zuckte zusammen. Sie hatte ganz vergessen, für Papa die Zigaretten zu kaufen!

Sie zog die Beine zurück, sprang ins Zimmer, schloss das Fenster, packte Portemonnaie und Schlüssel und lief los. Der Zigarettenautomat hing nur zwei Ecken weiter an der Wand der Freiwilligen Feuerwehr.

Sie schob den Ausweis ihres Vaters in den Schlitz, steckte die Euromünzen hinein und zog dann die rote Schachtel aus ihrer Schublade. Sie schaute, welches Bild sie diesmal hatte. Es war ein Mann, der mit geschlossenen Augen dalag, eine Frau hatte ihren Kopf an ihn geschmiegt. RAUCHEN TÖTET. Stand darunter. Sie überlegte, ob das ein Schauspieler war, oder ein echter Toter. Aber vermutlich sahen echte Tote nicht so schick aus. Sie schaute auf die Frau mit ihrem Pferdeschwanz. Ein bisschen erinnerte sie an Lea und Elena spürte einen Stich, ganz tief, in der Brust. Gern hätte sie jetzt ein Handy gehabt, um ein Foto von den Zigaretten zu machen und ihr zu schicken. Und dann was Lustiges dazu schreiben. Irgendwas würde ihr schon einfallen. Aber sie hatte ja kein Handy. Ihre Eltern glaubten, davon würden Kinder „ein bisschen dumm“. Und sie könne Lea ja jederzeit anrufen, mit dem Festnetz. Das sei gar kein Problem. Nur wollte Elena gar nicht anrufen. Sie wollte ihr lieber Fotos schicken und Gifs und lustige Sachen schreiben. Sie hatte Angst, wenn sie mit Lea telefonieren würde, dann würde sie entweder gar nichts sagen, oder losheulen und nicht mehr aufhören können. Seit sie vor zwei Wochen mit ihren Eltern hierhergezogen war, hatte sie kein einziges Mal mit ihrer besten Freundin gesprochen.

Elena stopfte die Zigarettenschachtel in die Tasche ihrer Jeansjacke und ließ dann vor Schreck den Haustürschlüssel aus der Hand fallen. Direkt vor ihr stand jemand. Sie hatte sie gar nicht gesehen, so mit der Zigarettenschachtel in der Hand.

„Hi!“ sagte das Mädchen vor ihr. Elena konnte nicht anders, auch wenn sie wusste, dass sich das nicht gehörte. Sie starrte das Mädchen an, ohne ein Wort zu sagen. Vielleicht vor Schreck, aber auch ein bisschen vor Staunen. Wie die aussah. Sie hatte eine Brille auf der Nase, die Augen wirkten seltsam verzerrt darunter und auch ein bisschen groß. Die Haare waren gewellt und hellbraun, der Pony ein bisschen schief. Sie trug ein pinkes T-Shirt mit Fransen und einem Einhorn drauf, das in die breite gezogen war, weil das Shirt so eng saß. Unter den Fransen guckte ein Streifen Bauch hervor. An den Beinen hatte das Mädchen Leggins, die auch Pink waren. Und um das rechte Bein war so etwas wie eine Schiene geschnallt. Wie ein Roboterbein sah das aus. Sie hatte den Mund etwas offenstehen und schnaufte beim Atmen. Vielleicht war sie gerannt. „Warum sitzt du denn immer so am Fenster?“ sagte sie. Es klang nuschelig, wie sie sprach. Die Wörter rutschten so ineinander.

„Weiß nicht“, sagte Elena. „Weil es mir gefällt?“

„Ah“, antwortete sie und nickte ernst. So als diskutierten sie gerade über die aktuelle Situation des Welthandels. „Verstehe. Ich mach auch gern, was mir gefällt.“ ‚Irgendwas stimmt doch nicht mit der’, dachte Elena. ‚Die ist doch, weiß ich nicht, irgendwie behindert oder so.’ Sie konnte einfach nicht aufhören zu starren. Auch wenn sie mit Elf Jahren wirklich langsam wusste, dass man das nicht machte. Ihr Blick blieb wieder an der Schiene hängen.

„Willste mal anfassen?“ Das Mädchen streckte ihr das Bein entgegen und Elena nickte, bevor sie nachdenken konnte. Die Schiene war gar nicht kalt, wie sie sich vorgestellt hat. Sie war warm, fast wie Haut. Nur eben in hart und ganz glatt. „Warum hast du die denn“, fragte sie. „Hast du dir dein Bein gebrochen?“

Jetzt lacht sie, laut und klar und irgendwie schön. Obwohl Elena wirklich nicht verstand, was daran lustig sein sollte. „Neeee, die bleibt. Meine Mama sagt, ich hab bei der Geburt nicht genug Luft bekommen. Und jetzt ist das halt so.“ Elena zuckte zusammen. Sie hatte keine Ahnung, was sie dazu sagen sollte. „Oh“ war alles, was sie herausbekam. Die andere schüttelte den Kopf, dass ihr welliges Haar wackelte. Als wollte sie die ganze Geschichte einfach davonscheuchen. „Is gar nicht schlimm“, sagte sie. „Ich kann sogar fahrradfahren damit! Wenn du willst, zeig ich es dir. Morgen. Und jetzt muss ich nach Hause. Ist ja schon fast dunkel.“ Sie lief los, in die Dämmerung, tatsächlich erstaunlich schnell, dachte Elena. Nach ein paar Schritten blieb sie stehen und drehte sich noch einmal um. „Ich wohn übrigens da!“ sie zeigte auf das krumme Nachbarhaus, das in dem die Kinder im Garten spielten und lief weiter. Dann blieb sie nochmal stehen, drehte sich wieder um. „Und ich heiß Jaqueline!“ rief sie und dann lief sie wieder los, um die Ecke, dort wo der Eingang zum krummen Haus war. Und dann war sie verschwunden. Elena blieb noch ein paar Momente stehen, ganz und gar regungslos. Was war denn das gewesen? Dachte sie. Dann bückte sie sich, hob den Hausschlüssel auf und schloss die Tür auf.

Ihr Vater stand in der Küche, mit dem Rücken zu ihr. Das Haar war zerwühlt, der Gürtel des Bademantels hing offen herunter. Er stand vor dem offenen Kühlschrank und starrte hinein. Ganz still stand er da und guckte nur, als gäbe es darin irgendetwas anderes zu finden als Milch, Schokopudding mit Sahne und Toastbrot. Und Cola natürlich. Elena wartete ein paar Minuten und beobachtete ihn. Sie vermisste seine Späße, er konnte der lustigste Papa von allen sein. Sie legte den Schlüssel auf die Arbeitsplatte. Er hörte das Klicken und drehte sich um. „Eli“ sagte er und lächelte. Er nannte sie Eli seit sie denken konnte. Wenn er albern war manchmal auch Elifant. Aber das war schon lange her. Sie lächelte zurück. Sein Lächeln sah so traurig aus, dass ihr das Schlucken im Hals weh tat. „Ich wollte dir was zu Essen machen, Mäuschen. Es ist schon so spät. Aber ich weiß irgendwie nicht was.“ Er zuckte die Schultern und schaute wieder in den Kühlschrank.

Sie zeigte auf die Einkaufstüten. „Ich hab Tiefkühlpizza gekauft. Die ess ich eh am liebsten.“ Sie riss die Verpackung ab, erst die feuchte Pappe, dann die dünne Plastikschicht und schob die zwei Pizzen in den Ofen. Sie passten gerade so beide hinein, wenn Elena in der Mitte die Ränder aufeinanderlegte.

Sie aßen die Pizza vor dem Fernseher und schauten Spaceballs, einen uralten Film aus der Zeit als Papa noch Kind war, weil sie wusste, wie lustig ihr Vater den Film fand. Und tatsächlich lachte er manchmal ein wenig, zum Beispiel an der Stelle, als die Bösen mit Kämmen durch die Wüste gehen, um die entflohene Prinzessin zu finden.

Er rauchte die Zigaretten und sie kuschelte ihr Gesicht in seinen weichen Bademantel und sog diesen Geruch nach Waschmittel, Zigaretten und ihrem Papa ein.

Sie fand den Film eigentlich ziemlich langweilig und schaute zum Fenster. Sie stellte sich vor, da zu sitzen und die Sterne anzuschauen, vielleicht mit einer Träne im Auge. Aber immer drängte sich dieses Mädchen in ihre Gedanken: „Warum sitzt du denn immer so im Fenster?“ Was für eine komische Frage das war. Und überhaupt, was für ein komisches Mädchen. Und dieser Name. Jaqueline. Wer hieß denn so? „Papa?“ sie stupste ihn sanft in die Seite.

„Hmmm“ sagte er.

„Was ist denn, wenn jemand bei der Geburt keine Luft bekommen hat?“

„Hmmm“, sagte er nochmal.

„Jetzt sag doch mal“, Elena setzte sich auf. „Ich will’s wirklich wissen.“

„Dann ist man wohl irgendwie behindert“, sagte er und zündete sich noch eine Zigarette an.

„Wie denn?“ Sie hasste es, wenn sie keine richtigen Antworten bekam.

Er atmete tief ein. „Ich hab keine Ahnung, Eli. Irgendwie ein bisschen plemplem, oder so“ sagte er und drückte seine Zigarette aus. Die Asche knirschte leise in dem gläsernen Aschenbecher. Er stand auf. „Ich bin müde“, sagte er. „Vielleicht machen wir morgen was Schönes zusammen, ja? Aber jetzt muss ich schlafen.“ Er strich ihr über den Kopf und schlurfte in Richtung der Schlafzimmertür. „Und bleib nicht so lange auf, hörst du?“ Sie nickte, aber das sah er natürlich nicht. „Gute Nacht“ murmelte sie und nahm die Fernbedienung. 22:23 Uhr. Da fand sie bestimmt einen Krimi, den sie gucken konnte.

Alle Texte und Bilder auf dieser Seite sind von Sarah Raich, Ausnahmen werden benannt.